Unendlich weitergebildet

Wissen ist gut, doch Können ist besser
Emanuel Geibel

Menschen, die ihren Marktwert in der Arbeitswelt steigern oder zumindest erhalten wollen, bilden sich permanent weiter. Bereits erworbene Fähigkeiten, zum Beispiel das Beherrschen von Computerprogrammen, Apps und technischen Skills aller Art, haben eine immer kleinere Halbwertszeit. Die rasante Entwicklung in IT und Technik lassen es nicht mehr zu, sich auf dem aktuellen Wissensstand auszuruhen. Fremdsprachen wollen erworben und gepflegt werden. Wer eine Sprache länger nicht nutzt, verliert zuerst deren aktiven Gebrauch und baut auch den passiven Wortschatz vorübergehend ab. Neben dem Erhalten und Erweitern von bereits Erlerntem geht es aber auch darum, ständig neue Kompetenzen zu erwerben. Viele davon gehören zu den sogenannten „Softskills“ oder „Metaskills“, wobei Metaskills sich auf diejenigen unter den Softskills beziehen, in denen Menschen heutigen Einschätzungen ...
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Sag mal was!

Reden lernt man nur durch reden.

Marcus Tullio Cicero

Studien zeigen, dass Frauen bei einer Überzahl an Männern in Sitzungen, Workshops und anderen offiziellen und öffentlichen Kontexten nur ca. 25% der Redezeit beanspruchen die sie in reinen Frauengruppen nutzen. Ein Grund mag darin liegen, dass Frauen mit Redebeiträgen meist so lange warten, bis sie sicher sind, etwas inhaltlich Wesentliches beitragen zu können. Zudem fürchten sie sich übermässig davor, etwas Falsches oder Lächerliches zu sagen. Vielleicht trägt auch dazu bei, dass bei einer Überzahl von männlichen Chefs in den Führungsetagen Frauen unbewusst denken, dass ein anwesender Mann automatisch eine höhere Position innehat und sich deshalb zurücknehmen. Schliesslich gibt es, wie kürzlich im Spiegel erwähnt, in deutschen Vorständen mehr Menschen, die Thomas oder Michael heissen, als Frauen.
Eine so geringe Redezeit ...
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Sprachrituale

Sollten Ihnen meine Aussagen zu klar gewesen sein, dann müssen Sie mich missverstanden haben.

Alan Greenspan

 

Kommunikation ist wesentlich komplexer als „einfach zu sagen, was man meint“. Es kommt viel mehr darauf an, wie wir etwas sagen und was wir damit meinen, und dies unterscheidet sich von Person zu Person. Unsere Art zu reden und zuzuhören ist hingegen auch zutiefst von unserer kulturellen Erfahrung abhängig, denn Sprache ist erlerntes soziales Verhalten. Wir haben aber im Gegensatz dazu meist das Gefühl, dass unsere Art zu kommunizieren „natürlich“ sei, und neigen dann dazu, das was andere sagen, in unserer eigenen Sprache zu lesen und zu interpretieren.

Deborah Tannen, amerikanische Soziolinguistin, hat untersucht, wie Männer und Frauen im Arbeitskontext kommunizieren und dabei erhebliche kulturelle Unterschiede gefunden, die zu einem grossen Teil von ...
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Kunstvolles Netzwerken

Wer nicht neugierig ist, erfährt nichts.

Johann Wolfgang von Goethe

Welcher ist einer der stärksten Karrierehebel? Nein, es ist nicht das Fachwissen, nicht die Dossiersicherheit, es ist nicht das Diplom (schon gar nicht das vierte, fünfte oder sechste, liebe Frauen!), es ist nicht der Fleiss und auch nicht das gute Aussehen.

Es ist, neben einem gelungenen Selbstmarketing, das kunstvolle und strategische Netzwerken. Was aber heisst „kunstvolles und strategisches Netzwerken“? Wenn Sie jetzt an Menschen denken, die bei jeder Gelegenheit ihre Visitenkärtchen auspacken und verteilen, wenn Ihnen langweilige Aperos in den Sinn kommen oder 3000 Facebook-Freunde, kann ich gut verstehen, dass Sie auf das Thema keine Lust haben.

Es gibt nämlich neben dem noch zu beschreibenden „kunstvollen und strategischen Netzwerken“ eher altbackene und bisweilen unangenehme Formen dieses Tuns. ...
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Monkey Business

Affen werden gefüttert oder geschossen!

Ein beliebtes Spiel in hierarchischen Organisationen ist das „Affenspiel“ oder „Monkey Business“. In diesem Spiel geht es darum, Aufgaben möglichst von unten nach oben zu delegieren. Führungskräfte sehen sich dabei mit der Tatsache konfrontiert, dass Aufgaben, mit denen sie ursprünglich ihre Mitarbeitenden beauftragt haben, wieder auf ihrem Schreibtisch landen. Dies kann in einzelnen Fällen daran liegen, dass sie falsch delegiert, bzw. ihre Mitarbeitenden überfordert haben. Oft aber ist dies lediglich Teil des Affenspiels.

1974 bereits haben Oncken und Wass dieses Phänomen in einem der bis heute am häufigsten gelesenen Artikel in der Harvard Business Review beschrieben und folgenden Mechanismus identifiziert:

Führungskräfte verfügen über drei Arten von Zeit: boss-imposed, also vom Chef oder der Chefin oder durch den Anstellungsvertrag bestimmte Zeit, system-imposed, ...
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Drei Fallen – Beliebtheit, Fleiss, Überarbeitung

Wer sich eine Grube gräbt, fällt selbst hinein!

Im Arbeitsalltag lauern ein paar typische Gefahren, die es zu kennen und zu umgehen lohnt. Dabei sind mir in meiner Coachingtätigkeit und im Austausch mit Kursteilnehmenden vor allem drei Fallen aufgefallen, die ich hier vorstellen möchte:

Die Beliebtheitsfalle mit dem Treiber „be nice!“

In dieser Falle sitzen meist Frauen, Männer sind davor aber auch nicht grundsätzlich geschützt.

Mädchen erhalten in ihrer Sozialisation von Eltern, Verwandten, Lehrpersonen und auch von gleichaltrigen Kindern viel positives Feedback auf „nettes Verhalten“. Sie nehmen Rücksicht, drängeln sich nicht vor, lächeln, helfen anderen und sagen bitte und danke. In der Schule setzt man freundliche Mädchen gern neben „schwierige Jungs“, weil das die Atmosphäre im Klassenzimmer verbessert. In Mädchengruppen zählt nicht die Stärkste oder schulisch ...
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Die Königin – ein mächtiges Rollenmodell

„Hinfallen*Aufstehen*Krone richten*Weitergehen"

Frauen, die beruflich erfolgreich sein möchten, erhalten immer häufiger ganze Listen von Verhaltensempfehlungen und Taktiken, die sie beachten sollen, um sich zu behaupten und sich gegen ihre Konkurrenz durchzusetzen. Die Ratschläge orientieren sich an eher männlichen Strategien sowohl verbaler als auch non-verbaler Art. Und sie wirken! Platz einnehmen, Redezeit beanspruchen, Statussymbole einsetzen, andere auch einmal unterbrechen, unbequeme Entscheide treffen und kommunizieren, von seinen Erfolgen sprechen, sich oben an den Tisch setzen, u.s.w.

Wenn Frauen solche Verhaltensweisen testen, stellen sie oft erstaunt fest, wie wirksam sie sind. Es ist meist überhaupt nicht notwendig, mit immer noch grösserer Fachkompetenz zu glänzen und noch mehr Zeit in Detailarbeiten zu stecken, sondern die Lösung für den Erfolg liegt – natürlich bei ausreichendem Wissen und Können – ...
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Das „Hochstapler-Syndrom“

„Glaube nicht alles, was du über Dich denkst.“

Byron Katie

Wenn Sie ein Gefühl von Unzulänglichkeit verspüren, denken, zu hoch gepokert zu haben oder gar demnächst dabei erwischt zu werden, dass Sie nicht beherrschen, was Sie seit Jahren vorgeben zu können, dann kann es gut sein, dass Sie Opfer des „imposter syndrome“, zu Deutsch „Hochstapler-Syndrom“, geworden sind.

Das Hochstapler-Syndrom beschreibt ein psychologisches Phänomen, bei dem Betroffene ihre Erfolge nicht annehmen können, überzeugt sind, sich diese erschlichen zu haben und todsicher irgendwann auffliegen werden. Leistungen werden als Folge glücklicher Umstände und Zufälle erlebt und jede noch so kleine Wissenslücke könnte darauf hinweisen, dass das erworbene Diplom unverdient ist.

Frauen und Männer können gleichermassen von diesem Syndrom betroffen sein, bei Frauen tritt es jedoch ungleich ...
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Die Sache mit den Soft Skills

„Jemand, der es darauf anlegt, in allen Dingen moralisch gut zu handeln, muss unter einem Haufen, der sich darum nicht kehrt, zu Grunde gehen.“

Niccolo Machiavelli

In der aktuellen Leadership-Theorie ist man sich einig: Ohne Soft Skills wird man keine gute Führungskraft. Unzählige Studien belegen, dass Kompetenzen wie Teamorientierung, Motivation, Selbstkritik, Offenheit und Empathie Mitarbeiterzufriedenheit erhöhen und erhalten. Deshalb wird in modernen Leadership-Programmen und in Kommunikationskursen die Wahrnehmung von verbalen und non-verbalen Finessen geschult, Metakommunikation, aktives Zuhören und Paraphrasieren trainiert. Authentizität ist zudem aktuell das wichtigste Merkmal einer vorbildlichen Führungskraft.

Daran ist nichts verkehrt. Das Problem ist nur, dass eine ganze Gruppe von Führungskräften, vor allem die Jungen und die Frauen, beim Besuch einer ...
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